Ich habe jahrelang 65 Euro pro Stunde genommen, weil das in meiner Branche normal klang. Dann habe ich einmal ernsthaft nachgerechnet - und gemerkt, dass ich damit effektiv weniger verdiente als ein Angestellter mit 40.000 Euro Jahresgehalt.
Was viele vergessen einzurechnen
Ein Angestellter mit 4.000 Euro brutto hat Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlten Urlaub, Krankengeldzusatz und keine Akquisezeit. Als Freelancer tragen Sie das alles selbst.
Faustregel: der Stundensatz eines Freelancers muss den Nettolohn-Wunsch mal Faktor 2,2 bis 2,8 abdecken, je nach Auslastung und Berufsgruppe.
Die Basisrechnung
- Gewünschtes Nettoeinkommen pro Jahr festlegen, z.B. 48.000 Euro
- Arbeitstage minus Urlaub, Krankheit, Akquise: realistisch etwa 180 billable Tage
- Bei 6 Stunden fakturierbarer Zeit pro Tag: 1.080 Stunden im Jahr
- Kosten addieren: Steuern, Versicherungen, Betriebskosten, Rücklagen
- Gesamtbedarf durch 1.080 teilen
Wer diesen Betrag ehrlich ausrechnet, landet fast immer höher als der aktuelle Stundensatz. Das ist kein Grund zur Panik - aber ein Grund, die nächste Preisverhandlung anders zu führen.